Warum junge Frauen in die Landwirtschaft gehören
Ich werde oft überrascht angeschaut, wenn ich erzähle, dass ich auf Farmen unterwegs bin, Stallluft liebe und mich für Technik, Tierhaltung und Management interessiere. Noch immer gibt es in vielen Köpfen das Bild vom „Landwirt“ – männlich, kernig, auf dem Trecker. Aber das ist nicht mehr die Realität.
Ich bin Junglandwirtin und ich liebe meinen Job.
Ich kann Trecker fahren und Kühe melken.
Ich organisiere Ernteabläufe, führe Teams und entscheide mit.
Und das kann ich, weil ich’s von der Pieke auf gelernt habe. Nicht weil ich beweisen muss, dass ich als Frau dazugehöre.
Die Landwirtschaft braucht Vielfalt. Nicht nur auf dem Acker, sondern auch in den Köpfen. Junge Frauen bringen neue Perspektiven, Offenheit für Innovation, Kommunikationsstärke – und, ja, auch Durchhaltevermögen
Ich habe in Kanada - wie auch in Deutschland - gesehen, wie moderne Betriebsführung aussieht – und dass es auch dort ganz normal ist, wenn Frauen die Herde managen, Beratungsgespräche führen oder im Büro die Digitalisierung vorantreiben. Und ich habe in Simbabwe erlebt, wie viel Frauen in der Landwirtschaft leisten – oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung. Auch, wenn das hier noch ein bisschen Neuland für viele Kollegen ist und ich die einzige Managerin auf der Farm. Wenn ich von meiner Zeit im Osten erzähle oder Bilder von Maschinen zeige, Ernte ich auf öfter mal verwirrte Blicke. Aber genau deswegen braucht’s mehr Frauen, die’s einfach trotzdem machen.
Ohne große Worte – aber mit Haltung
Wir gehören in die Landwirtschaft, weil wir etwas beizutragen haben. Nicht trotz, sondern gerade wegen unserer Perspektiven!
Für mehr Sichtbarkeit.
Für mehr Vielfalt.
Für eine Landwirtschaft, die uns allen gehört
Mehr zum Thema und warum wir in der Landwirtschaft neue Perspektiven brauchen, findest du hier:
Herzblut - "Perfekt gibt's nicht!"
Never change the Destination - Über Höfesterben und Zukunftsangst
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